MenuSuche
23.10.2020

EISHOCKEY | NEUE WEGE IM NACHWUCHS

Mit den beiden Sportchefs Edgar Salis und Thomas Liesch sowie Ausbildungschef Fabio Schwarz verantworten neu drei Personen den Nachwuchs der GCK/ZSC Lions. Sie möchten den gestiegenen Anforderungen gerecht werden.

Der alte Sportchef Richard Jost musste die grosse Nachwuchs-Organisation der Lions ganz allein im Auge haben. Für total 30 (!) Teams zu sorgen, ist zu viel geworden. Gerade administrativ hat der Aufwand mit den verschiedenen Playern (Verband, Schulen, Eltern, Gastfamilien, Migrationsamt bei ausländischen Spielern) merklich zugenommen. Für Jost bedeutete dies: Aus dem Büro kommen, um Trainings zu schauen, Gespräche zu führen und die Umsetzung der Vorgaben zu prüfen, also den eigentlichen Job des Sportchefs auszuführen, wurde zunehmend schwieriger. Der neue Sportchef Edgar Salis (50) hat Jost im vergangenen Jahr unterstützt und Handlungsbedarf bemerkt. Deshalb kriegt er Verstärkung in der Person von Thomas Liesch (47), ein ehemaliger Nationalliga-Torhüter, der über Führungserfahrung in der Finanzindustrie verfügt und bereits seit zwei Jahren als Goalietrainer bei den Lions im Nachwuchs aushilft. Der Posten des Sportchefs wird folglich in die Bereiche Spitzensport sowie Leistungs- und Breitensport aufgeteilt.

Gegenseitige Ergänzung

Zum Spitzensport gehören die beiden ältesten Stufen U20 und U17 mit den Teams U20-Elit, U20-Top, U17-Elit und U17-Top, wo der Aufwand entsprechend hoch ist und die Verpflichtungen gross sind. Auch die zwei U15-Elit-Mannschaften, die Salis als «Schnupperlehre zum Spitzensport» bezeichnet, sind dabei. Im Leistungs- und Breitensport sind die jüngeren Teams (U9 bis U15-Top), die U17-A und die U20-A sowie die insgesamt sechs Frauen-Teams angesiedelt. Den bewusst breit aufgestellten Lions sind diese Teams ebenfalls sehr wichtig, obschon die Zielsetzung eine andere ist. Edgar Salis, ehemaliger Spieler und Sportchef der ZSC Lions, übernimmt den Lead im Bereich Spitzensport, Thomas Liesch im Bereich Leistungs- und Breitensport. Wobei Salis betont: «Wir verstehen uns als Partner und ergänzen uns gegenseitig in beiden Bereichen.» Salis und Liesch sehen ihre Aufgabe darin, das grosse Ganze im Blick zu haben und die Trainer zu entlasten. «Die Trainer sollen Trainer sein, ihr Fokus muss dem Team und der Arbeit auf dem Eis gelten. Für alles andere sind wir da», sagt Salis. Sein Anspruch ist es zudem, jeden Spieler zu kennen, jeden der zahlreichen Profi-, Assistenz- und nebenamtlichen Trainern zu kennen, die Trainingsgestaltung zu kennen, und so über die Geschehnisse im Nachwuchs bestens im Bild zu sein.

Der rote Faden

Für die technische Umsetzung im Nachwuchs ist Ausbildungschef Fabio Schwarz (34) verantwortlich. Die Sportkommission, bestehend aus den Sportchefs Sven Leuenberger (National League), Patrick Hager (Swiss League) und Edgar Salis, Thomas Liesch, Fabio Schwarz (Nachwuchs), definiert für die ganze Organisation die DNA. Daraus wird ein Playbook hergeleitet. Das Ziel: Der Spielstil zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze Organisation. Schwarz, gleichzeitig Headcoach der U20-Elit, setzt die Hockeyphilosophie dann im Nachwuchs um. Quasi als Pendant zu Rikard Grönborg in der National League und Michael Liniger in der Swiss League. Schwarz soll generell an die Arbeit des Vorgängers Henryk Gruth anknüpfen, Optimierungen vornehmen und neue Inputs reinbringen. Schliesslich hat sich auch das Hockey verändert. Die Sportkommission wiederum funktioniert als Kontrollorgan. «Ich bin überzeugt, dass wir durch diese Neuausrichtung sehr gut gerüstet sind und die hohen Anforderungen erfüllen können», blickt Salis optimistisch in die Zukunft.

Sandro Frei