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24.01.2020

FUSSBALL | BICKEL: "DAS TEAM IST ZUSAMMENGEWACHSEN"

Wenn heute die Grasshopper in Chiasso zum ersten Ernstkampf des Jahres antreten, dann sitzt ihr Geschäftsführer und Sportchef entspannt auf der Tribüne. Fredy Bickel ist guten Mutes, in den letzten Wochen an "wichtigen Schrauben gedreht" zu haben, sowohl im administrativen als auch im sportlichen Bereich. "Das GC Team wird dieses Jahr entschlossen und erfolgreich auftreten und anstreben, am Saisonende mindestens auf dem zweiten Rang zu stehen", ist Bickel überzeugt.

Es ist kein Zweckoptimismus, sondern Bickel betont, dass von seiner Seite, zusammen mit den engagierten Mitarbeitenden im Rahmen der Möglichkeiten alles für eine positive Fortsetzung der Meisterschaft getan wurde. "Die Mannschaft um Vero Salatic ist im Trainingslager in der Türkei zusammengewachsen", stellt Bickel fest. Er selbst hat sich, trotz einem Kratten voller wichtiger Aufgaben im GC/Campus die wenigen Tage "freigeschaufelt" und ist mit der GC Delegation nach Belak gereist. Dort nützte er die Gelegenheit, mit jedem Spieler zu sprechen, den Puls zu fühlen. "Dabei habe ich festgestellt, dass sich in den letzten Monaten doch einiges angestaut hatte, weil ein Vakuum vorhanden war. Ausser dem Staff waren für die Spieler praktisch keine Ansprechpartner da." Bickel nutzte in der angenehmen Atmosphäre des Trainingslagers die Gelegenheit, seine Fähigkeiten als guter Kommunikator und Menschenkenner einzusetzen und den Staff um den Cheftrainer zu unterstützen. "Dabei mussten auch einige Schnittstellen neu definiert werden, um tatsächlich einen reibungslosen Arbeitsablauf zu erreichen", erzählt der Sportchef. Dem Team gibt er Kredit: "Im letzten Jahr wurden viele Spieler eingesetzt, was eine echte Teambildung behinderte. Dass verschiedene Abgänge jetzt nicht ersetzt wurden, kann sich positiv auswirken. Das zweifellos vorhandene Potenzial kann bei einem näher zusammenrückenden Team besser ausgeschöpft werden, was auch dazu führen wird, dass die nötige Leistungs-Konstanz erreicht wird, hofft Bickel. "Aber es ist sicher ein weiter Weg, den wir zurücklegen müssen. Sollten wir die Barrage erreichen, dann ist alles möglich..."

Dass während seines Arbeitseinsatzes in Belek im Büro im GC/Campus einiges liegen geblieben ist, obwohl die Mitarbeitenden ihn nach Möglichkeit unterstützen, muss er als Fakt hinnehmen. "Ich hoffe nur, dass gewisse Leute, die auf Antworten und Lösungen ihrer Probleme warten, nicht sagen, dass auch von Bickel gewisse Pendenzen nicht unmittelbar an die Hand genommen werden. Ich muss schlicht und einfach um Verständnis bitten, aber im Moment liegt der Fokus auf dem sportlichen Bereich und den Feuerwehrübungen im administrativen Bereich." Dass nach den Turbulenzen und der Gesundschrumpfung (der Personalbestand wurde um rund ein Viertel reduziert) in den vorangegangenen Monaten Nachholbedarf besteht, ist klar. Zum Teil wurden Zuständigkeiten neu festgelegt und mehrere Mitarbeitende führen jetzt einen Doppel-Job aus. "Zusammen mit einer reduzierten, aber sehr initiativen, wirklich mit Herzblut arbeitenden Belegschaft werden wir die Pendenzen sukzessive abbauen, das verspreche ich", so Bickel.

Er selbst geht mit gutem Beispiel voran, auch er führt als Geschäftsführer und Sportchef nicht nur einen Doppel-Job aus, sondern ist zusätzlich temporär auch für das Scouting zuständig, und hilft da und dort aus. Mit grosser Freude, wie er betont. "Ich habe genügend Energie, die anspruchsvollen Aufgaben zu stemmen", sagt er. Vielleicht zieht er die Power auch aus der Erinnerung an seine erste GC Zeit, als GC Fussball noch vom Erfolg verwöhnt war. "Das sind sicher schöne, immer bleibende Erinnerung. Jetzt aber gilt es, hart zu arbeiten. Dann sehen wir weiter...", sagt Bickel.

Eugen Desiderato