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28.08.2020

FUSSBALL | DER SPORTCHEF ZU GAST BEI DEN GC LEGENDEN

Bernard Schuiteman, der neue GC Sportchef der Grasshopper Fussball AG, benutzte eine Einladung der GC Legenden, eine lose Gruppierung ehemaliger GC Koryphäen auf und neben dem Spielfeld, seine Ideen zu präsentieren, wie die Ausgabe 2020/21 des GC Teams aussehen soll. Der Holländer genoss es sichtlich zu Gleichgesinnten zu sprechen. Er liebte den Stallgeruch, nicht weil der Anlass in einem zum Event-Lokal umgebauten früheren Stall stattfand, sondern weil er vor Fussball-Fachleuten referierte.

Bernard Schuiteman analysierte die nicht nach Wunsch verlaufene vergangene Saison, deckte die Problemfelder auf und wagte einen Blick in die unmittelbare Zukunft. Und er strahlte Optimismus aus. Bernard Schuiteman („Ich bin fussballnärrisch“, Zitat) blieb nach seiner Aktiv-Karriere als Profi-Fussballer weiterhin dem Fussball-Business treu und geht jetzt beim GC seine Aufgaben mit Sachkenntnis und Elan an, weist aber auch darauf hin, dass die GC Freunde geduldig sein müssen, verspricht aber, dass für die neue Saison das Ziel „Aufstieg“ lautet.

Neue Spielphilosophie

Der Sportchef teilte seine Analyse der vergangenen Saison mit den Anwesenden. Die Kernpunkte: „Aus der Erkenntnis heraus, dass bis zur Corona-bedingten Zwangspause zu wenig Torchancen kreiert und demzufolge auch zu wenig Tore erzielt wurden, mussten wir die Spielanlage adaptieren, im Wissen, dass die Umstellung auf Kosten der Defensive gehen würde. Denn die Balance im Team stimmte nicht. Das hatte ich schon bei meiner ersten Pressekonferenz geäussert und dafür viel Kritik einstecken müssen. Wir haben den Einbau eigener Talente gewagt und die ersten Spielen nach dem Lockdown gewonnen. Die Jungen wussten zu überzeugen, bis ihnen die Puste ausging, denn 13 Spiele innerhalb von sechs Wochen ist einfach zu viel für die Nachwuchstalente. Wir werden aber auch in der neuen Saison auf sie setzen und ihnen wohldosierte Einsätze bieten. Im weiteren haben wir bereits einige hoffnungsvolle Neuzugänge zu verzeichnen, die unseren Anforderungen entsprechen. Denn wir müssen uns in verschiedenen Bereichen verbessern, wie Zweikampfverhalten, Dynamik, Standardsituationen etc. Und zudem fokussieren wir uns auf die Implementierung einer Spielphilosophie. Schliesslich wollen wir unseren Anhängern wieder eine attraktive Mannschaft präsentieren, die spektakulären und erfolgreichen Fussball spielt."

Neu formierter Staff

Bei diesen umfangreichen Aufgaben kann sich der Sportchef auf seine direkten Mitarbeiter, den Trainer-Staff, stützen, der auf die neue Saison hin bis auf zwei Positionen (Assistent Zoltan Kader und Goalie-Trainer Christoph Born) neu besetzt wurde. Der Cheftrainer João Carlos Pereira und seine vier Spezialtrainer verfügen über grosse Erfahrung. Der gesamte Staff steht dem Team praktisch ganztägig zur Verfügung. Bereits am Vorabend erhalten die Spieler Anweisungen und Videos der für den nächsten Tag vorgesehenen Trainingseinheit digital, damit sie wissen, was auf sie zukommt und damit effektiver auf dem Platz gearbeitet werden kann. Und die Arbeit ist in der Tat intensiv. Der Tagesablauf eines Spielers in Kurzform: 8:30 Uhr gemeinsames Frühstück, 9:00 Uhr individuelle Arbeit nach Vorgaben der Trainer im Kraftraum, 10:00 h Training auf dem Platz. Nach dem Mittagessen und der anschliessenden Erholungspause folgen Individualtrainings.

Die Vorbereitungen für die neue Saison sind bereits angelaufen, in deren Rahmen das Team die letzten Tage zum „Teambuilding“ im Kurz-Trainingslager im deutschen Oberstaufen nutzte.

Professionelle Nachwuchsausbildung


Damit der „Nachschub“ eigener Talente auch in Zukunft nicht versiegt, geniesst unter Bernard Schuiteman weiterhin die Nachwuchsabteilung hohe Priorität. Er weiss, dass vor allem der U18 grosse Bedeutung zukommt - denn vielfach werden 17-, 18-jährige Talente heute früher an das Fanionteam herangeführt, nicht nur beim Grasshopper Club. Aus diesem Grund wurde René van Eck als U18-Trainer verpflichtet. Bernard Schuiteman: „René ist ein ausgewiesener Ausbildner, ein konsequenter Trainer. Wer seine Schule durchlief und bestand, hat das Zeug zum Profi.“ Schöne Aussichten.

Eugen Desiderato