MenuSuche
29.04.2019

RUDERN | TIM ROTH AUF DEM WEG NACH TOKIO

Skiffier Tim Roth (18) hat sich ein klares Ziel gesetzt. An der internationalen Junioren-Regatta München auf der Olympia-Regattastrecke in Oberschleissheim (4. und 5. Mai) will er sich für die diesjährige Junioren-Europameisterschaft (Essen D) empfehlen und dort das Ticket für die im August in Tokio stattfindenden Junioren-Weltmeisterschaft lösen. 

Die Chancen dafür sind absolut intakt. Nicht nur die letzten Tests sind Tim Roth gelungen. So hat er kürzlich bei den SRV Selektionsrennen in Italien im Junioren-Skiff mit 20 Sekunden Vorsprung gewonnen und konnte anschliessend während anderthalb Tagen intensiv an seiner Form arbeiten. Im abschliessenden Relationsrennen, bei dem die erzielte Rennzeit mit der Weltbestzeit verglichen wird, kam Tim Roth auf knapp 94. Prozent, ein für den Saisonbeginn gute Marke. Auch die letztjährigen Ergebnisse können sich sehen lassen: Bei den Indoors in Zug erreichte er auf dem Ergometer den zweiten Rang, bei den Schweizermeisterschaften wurde er im Skiff Dritter und Zweiter im Vierer-ohne, und dieses Jahr stellte er an den Indoors auf dem Ergometer eine neue Junioren-Bestzeit auf und setzte sich bei den SRV-Trials im Skiff vom Rest des Feldes ab.

Trainingsaufwand trägt Früchte

Das Training mit GC Cheftrainer Thom Böhme zeigt Früchte. Der GC Youngster legt pro Trainingstag jeweils gegen 20 Kilometer auf dem See zurück, wobei jetzt vor den anstehenden grossen Events kürzer aber schärfer gearbeitet wird. Zusätzlich trainiert er mit dem Nati-Kader im nationalen Trainingszentrum in Sarnen, durchschnittlich alle zwei Wochen an jeweils zwei Tagen. Da bleibt dem in Berikon wohnhaften Gymnasiast, im zweitletzten Jahr an der Kantonsschule in Baden, nicht viel Freizeit. „Das ist für mich kein Problem, ich habe das Rudern lieben gelernt.“ Auch mit den Reisezeiten hat er kein Problem: „Diese kann ich für Aufgaben oder zum Lesen nutzen. Zudem habe ich derzeit mit zwei freien Nachmittagen einen für mich guten Stundenplan.“

Tim Roth hat sich in früherer Jugend auf dem Eisfeld getummelt und spielte bei den „Argovia Stars“, ein Zusammenschluss der Eishockeyaner aus Aarau, Wettingen und Baden. Auf Anraten seines Vaters, selbst Ruderer, absolvierte er bei Heike Dynio einen Schüler-Ruderkurs und fand auf Anhieb Gefallen auf dem See. Er rudert heuer in seinem fünften Jahr. „In den ersten beiden Jahren ging‘s bei mir leistungsmässig eher langsam voran“, erzählt der gross gewachsene Tim Roth und schiebt sofort nach, dass er jetzt nach den Erfolgen in der U19-Klasse sogar feststellen kann, dass für ihn der Rudersport mehr als nur Hobby werden kann.

Skiff statt Mannschaftsboot

Tim Roth sitzt an sich gerne in einem Mannschaftsboot, das schlechte Abschneiden an der letztjährigen WM in Radice CZ aber hat ihn umgestimmt: „Nach einem guten Vorlauf haben wir den Halbfinal „verkackt“, kamen schliesslich nur auf den neunten Schlussrang, das hat mich genervt. Denn wir hatten absolut das Potential für eine viel, viel bessere Klassierung, dieses aber nicht ausgeschöpft. Dieses Negativ-Erlebnis liess in mir den Entschluss reifen, in dieser Saison auf den Skiff zu setzen.“ Dieser Entscheid wird auch von den Trainern sowohl beim GC als auch beim SRV mitgetragen.“ Nach der WM werden wir dann entscheiden, wie‘s weitergeht. Es ist absolut denkbar, dass ich dann wieder in ein Mannschaftsboot wechseln werde.“ 

Aber bis dahin wird Tim Roth noch manchen Kilometer auf dem See rudern und versuchen, an den Regatten, vor allem auch an der EM und WM seinen Mann zu stehen und Erfolge, auch für den Grasshopper Club einzufahren. 

Eugen Desiderato