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25.01.2019

RUDERN | TRADITIONEN WERDEN GEPFLEGT

Es ist eine gute Tradition, dass sich die GC Ruderer jeweils am 24. Dezember zum "Weihnachtsachter" treffen. Das ist zum einen eine Ausfahrt in Achter-Booten und zum anderen ein Treffen unter Freunden im GC Bootshaus mit Essen, Trinken, Ansprachen, Ehrungen und einem gemütlichen Get-Together, dank Ehrengästen auch über die Sektions-Grenzen hinaus.

Die Geschichte des "Weihnachtsachters" ist nicht gänzlich erforscht. Fakt aber ist, dass Mitte der Vierzigerjahre am 24. Dezember ein GC Viererboot unterwegs war und kenterte. Die Gründe dafür bleiben bis heute unter dem Deckel, bzw. unter Wasser. Weil damals im GC Bootshaus nur ein kleiner Ölofen stand, der die "nassen Pudel" nicht zu wärmen, geschweige zu trocknen vermochte, wechselten die Unglücksraben kurzerhand ins Hotel Storchen, wo sie sich bei Speis und Trank erwärmten. Und sie beschlossen, diesen Anlass künftig zu wiederholen, allerdings nach Möglichkeit ohne Bad im Zürichsee. Weil ein ganz Grosser unter den GC Ruderern, Thomy Keller am 24.12. Geburtstag feierte, wurde mit der Zeit der Anlass für zugewandte Orte geöffnet, um gemeinsam in Achterbooten bis zur Anlagestelle beim Hotel Storchen zu rudern und dort Glühwein und Schinkengipfel zu geniessen. Anschliessend trifft man sich im GC Bootshaus bei heissem Fleischkäse, Kartoffelsalat und Brot - und zu trinken gibt's jeweils auch etwas. In all den Jahren entwickelte sich der "Weihnachtsachter" zum grössten Anlass im Jahr der GC Sektion Rudern.

Heinzelmännchen geehrt

Auch 2018 trafen sich über hundert Ruderfreunde in der Heimstätte der GC Ruderer und feierten gleichzeitig die gelungene Renovation des GC Bootshauses. Mit dabei auch die Ehrengäste, Markus Lüönd, Präsident des Seeclub Zürich sowie sein Amtskollege vom Basler Ruderclub, Valentin Von der Mühll. Traditionell benützt Tobias Fankhauser, Präsident der GC Sektion Rudern die Gelegenheit, verdiente Mitglieder zu ehren. Dieses Jahr waren dies allen voran die vielen Heinzelmännchen, die am Umbau entweder selber Hand anlegten und/oder durch ihre finanzielle Unterstützung das "Jahrhundertwerk", die Renovation des GC Bootshauses überhaupt erst ermöglicht haben. Speziell wurden die Hauptverantwortlichen Theo Schaub und Reto Pierino gewürdigt sowie die weiteren Mitglieder der Bau- und Finanz-Kommission, Andres Iten als Präsident des Fördervereins, Christoph Braun, Dominic Schaub, Beat Rinderknecht, Fabio Ananstasio, Werner Rüegg und Robin Pearson, welche die Bootshalle und den Kraftraum in ein neues Jahrhundert brachten. Sie bekamen blaue und weisse Rosen - und ein leckeres Präsent. Und wie üblich wurden auch Preise vergeben, nämlich von Blue Blade an Gian-Luca Pierallini und Robin Dreher. Der Thomi Keller-Preis ging an Reto Meili, ehemaliger erfolgreicher Ruderer und Betreuer der Website. 

Musikalischer Rahmen

Einmal mehr gelang es Tobias Fankhauser, ausgewiesene Künstler zur musikalischen Untermalung des "Weihnachtsachters" zu gewinnen. Tenor Christoph Homberger und Stefi Spinas (Piano) unterhielten die Anwesenden mit Liedern des österreichischenKomponisten, Dichters und Sängers Georg Kreisler. 

Tobias Fankhauser versteht sich nicht nur auf die souveräne Führung der GC Sektion Rudern, er ist auch begnadeter Redner – und "sieht die Arbeit" und legt, wenn nötig, auch Hand an: So war er am Weihnachtsachter bei der Bootsausfahrt an wichtiger Stelle präsent. Bewaffnet mit einem blauweissen Bootshaken unterstützte er die neun Achter-Boote beim Anlegevorgang, damit die Botte "richtig lagen" und alle Ruderer mit Schinkengipfeli und Glühwein (für die Jungen und auf Wunsch gab's Punsch) bedient werden konnten. Wegen der unsicheren Witterung wurden keine Tische auf dem Steg platziert, weshalb des Servierpersonal, unterstützt vom Ehrengast aus Basel, Valentin Von der Mühll und Aktuar Heini Wiesendanger, weite Wegen gehen mussten. Die Ruderer bedankten sich dafür, wie auch für die jeweils gebotene Gastfreundschaft im Hotel Storchen. Froh waren die Teilnehmer übrigens auch über Petrus' Milde. Denn tags zuvor jagte er einen veritablen Wintersturm über Zürich, der an Finsterläden und am Schlaf rüttelte und den See aufwühlte. Glücklicherweise schlief der Wind dann am Morgen ein, sodass die Tradition auch 2018 weitergeführt werden konnte.

Eugen Desiderato, nach Aufzeichnungen von Heini Wiesendanger.