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28.08.2020

TENNIS | DER 38. MEISTERTITEL LÄSST AUF SICH WARTEN

Eigentlich hätten die GC Damen, dem bisherigen Rhythmus folgend (seit 2010 hat der Rekordmeister nur jedes dritte Jahr nicht gewonnen) heuer wieder zuoberst auf dem Treppchen stehen müssen. Weil sie aber im Final gegen den TC Chiasso, wie vergangenes Jahr im Match-Tie-Break unterlagen, riss diese Serie. Aber auch auf den Vizemeistertitel können sie stolz sein, schliesslich haben sie auch alle Qualifikationsspiele siegreich gestaltet. Das junge GC Herren-Team musste dagegen für den Einzug in die Finalrunde hart kämpfen. Es war eine enge Kiste, aber schliesslich schafften sie's - die Halbfinals waren aber Endstation.

Die GC Herren waren mit folgendem Kader in die NLA Meisterschaft gestartet: Leandro Riedi (N2.12, SUI), Raphael Baltensperger (N2.13, SUI), Jeffrey von der Schulenburg (N2.15, SUI), Jérôme Kym (N2.26, SUI), Raphael Lustenberger (N2.28, SUI),Gian Grünig (N3.32, SUI), Ilias Zimmermann(N3.34, SUI), Henry von der Schulenburg (N3.35, SUI), Adrian Burdet(N3.70, SUI). Das junge Team hat sich prächtig geschlagen und erzielte ansprechende Resultate und hat das primäre Ziel, die Finalrunde erreicht, was als grosser Erfolg gewertet werden kann. Dass es dann im Halbfinale gegen den nachmaligen Schweizermeister TC Seeblick, der in der Qualifikation noch besiegt wurde, ausschieden, ist zu verschmerzen.

GC Damen wieder Vizemeister


Das GC Team hatte für den NLA-Interclub-Wettbewerb folgendes Kader gemeldet: Stefanie Vögele (N1.4, SUI),Simona Waltert (N1.5,SUI),Kathinka von Deichmann (N1.9, SUI/LIE), Ylena In-Albon (N2.11, SUI), Céline Naef (N3.26, SUI), Karolina Kozakova (N3.28, SUI),Nicole Gadient (N3.37, SUI), Amra Sadikovic (N3.42, SUI).

Zum zweiten Mal in Folge bestritten die GC Damen nach hervorragenden Qualifikationsspielen und einem klaren Halbfinal-Sieg gegen Hörnli Kreuzlingen den Final gegen TC Chiasso. Und wie schon im letzten Jahr stand es nach den Einzeln und Doppelbegegnungen 3:3, sodass wieder ein Match Tiebrak auf 10 Punkte entscheiden musste. Für den TC Chiasso traten dabei Belinda Bencic und Susan Bandecchi an, die beide sowohl ihre Einzel wie auch ihre gemeinsame Doppelpartie gewonnen hatten. Bei GC kam es erstmals in dieser Saison zur Paarung Simona Waltert und Stefanie Vögele. Schliesslich entschieden die Tessinerinnen mit 10:8 den Entscheidungskrimi für sich und gewannen wie im Vorjahr den Titel, notabene für die Nummer 8 der Welt, Bencic, ist dies der erste im NLA-Interclub. Die Tessinerinnen holten sich damit ihren zweiten Meistertitel hintereinander und den dritten seit 2010. Bleibt zu hoffen, dass die Serie im nächsten Jahr fortgesetzt wird - dann wären die GC Damen wieder an der Reihe den Siegerpokal entgegen zu nehmen. Dieses Jahr wurden sie auf der Ziellinie zum 38. Meistertitel noch gestoppt. Das bittere Aus ist für den Chef Leistungs- und Spitzensport beim Grasshopper Club, Marko Budic aber "kein Beinbruch": "Klar, es flossen schon ein paar Tränen, aber das ist Sport. Die Girls sind auf jeden Fall schon wieder motiviert für die Revanche im nächsten Jahr."

Durchmarsch in der Qualifikation


Die Ergebnisse der Qualifikation machen schliesslich auch Hoffnung. Heuer spielte sich das GC Team äusserst souverän in die Finalrunde. Beispielsweise gewannen bis dahin Simona Waltert, Ylena In-Albon, Kathinka von Deichmann und die erst 15-jährige Céline Naef alle ihre Einzelpartien, Teamleaderin Stefanie Vögele musste sich nur ihrer Fed-Cup-Kollegin Belinda Bencic geschlagen geben, und auch das erst im Champions-Tie-Break.

Grasshopper ZH u. TC Chiasso 3:4

Einzel. Stefanie Vögele (N1.4, SUI) u. Belinda Bencic (N1.1, SUI) 5:7, 2:6.Simona Waltert (N1.5, SUI) s. Conny Perrin (N1.8, SUI) 6:0 w.o. Kathinka von Deichmann (N1.9, SUI/LIE) u. Susan Bandecchi (N1.10, SUI) 4:6, 1:6. Ylena In-Albon (N2.11, SUI) s. Joanne Züger (N2.14, SUI) 6:0, 6:4. Doppel. Vögele/In-Albon u. Bencic/Bandecchi 5:7, 6:3, 3:10. Waltert/ Amra Sadikovic (N3.42, SUI) s. Züger/Marie Mettraux (N3.45, SUI) 6:3, 6:4. - Champions Tiebreak: Waltert/Vögele u. Bencic/Bandecchi 8:10.


Verzicht auf ausländische Akteure

Für Marko Budic, Chef Leistungs- und Spitzensport beim Grasshopper Club, schlossen die Grasshopper eine erfolgreiche Saison ab: "Die Frauen hatten ein bisschen Pech am Ende und bei den Herren war vorauszusehen, das sie gegen starke Mannschaften mit Ausländern nur schwer würden bestehen können. Dennoch haben wir die Ziele erreicht und auch auf individueller Basis teilweise mehr erreicht, als wir dachten. Ausserdem konnten wir jungen Schweizer SpielerInnen die Gelegenheit bieten, in der NLA Fuss zu fassen." Ursprünglich führte die Corona-Pandemie zum Entscheid, auf ausländische Spielerinnen und Spieler zu verzichten. Auch andere Vereine erklärten sich bereits, es den Grasshopper gleichzutun. Obwohl sich nicht alle an dieses Agreement hielten, zogen die Hopper den Entscheid durch. Gemäss Marco Budic wird der GC auch zukünftig versuchen, so gut es geht auf Ausländer zu verzichten: "Dazu ist allerdings eine sowohl breite wie auch in der Spitze gute Spielerdecke vonnöten, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Wie wir uns nächstes Jahr verhalten, wird von der Zielsetzung abhängig sein, und von den zur Verfügung stehenden Schweizer SpielerInnen."

Eugen Desiderato