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25.09.2020

TENNIS | VIER NACHWUCHS-COACHES IN AUSBILDUNG

Das Finden und Halten ehrenamtlicher Leiterinnen und Leiter ist für die Vereine bisweilen ein schwieriges Unterfangen. Da schliesst sich GC Tennis nicht aus. Jetzt aber nutzt man auf der Kartaus ein Angebot des Sportamts des Kantons Zürich, das 2015 das Programm „1318coach“ lanciert und mit den kantonalen Sportverbänden ausgebaut und weiterentwickelt hat mit dem Ziel, den Leiternachwuchs zu fördern. Vier initiative Jung-Tennisspieler der Sektion GC Tennis haben sich entschieden, dieses Programm zu absolvieren.

Gian Biedermann, Tobias Huber, Mathis Huber und Tom Gruber sind seit Beginn ihrer Tennislaufbahn enge Freunde. Sie spielen zusammen, sind unzertrennlich. Seit letztem Jahr bilden sie auch ein Interclub-Team. Tom und Gian sind seit ihren ersten Schlägen mit dem Racket beisammen, die beiden übrigen kamen bald einmal dazu. „Probleme gab‘s nur, wenn sie in jüngeren Jahren gegeneinander spielen mussten“, weiss die Juniorenleiterin Annette Gruber, die das Quartett schon von Beginn an betreut.“ Dann flossen schon mal Tränen, aber nach guten Zuredens war der Schmerz nach spätestens einer Stunde verflogen. „Aber das Verkraften von Niederlagen gehört schliesslich nicht nur zum Sport, sondern auch zum Leben.“ Annette Gruber hat diese vier engagierten Tennisspieler motiviert, die vom Kanton angebotene Ausbildungs-Möglichkeit zu nutzen, einerseits zu ihrer persönlichen Weiterentwicklung und andererseits in der Hoffnung, dass sie die Coaches bei der Arbeit mit den Junioren als Hilfscoach unterstützen können. Annette Gruber: „Es entspricht grundsätzlich unserer Philisophie, Betreuer für die über hundert Kids, die auf der Kartaus trainieren, auch für Camps etc. aus den eigenen Reihen zu rekrutieren. Weil es einen grossen Stab an Trainern und Assistenten braucht, kommt das 1418.coach-Programm für 14- bis 18-Jährige des Sportamts des Kantons Zürich GC Tennis zupass. Die vier Jungs, die sich jetzt für die Absolvierung entschlossen, werden in Ausbildungsweekends die Grundkompetenzen für das Leiten von Kinder- und Jugendsport-Angeboten vermittelt bekommen.

Steckbriefe der vier Boys

Gian Bidermann (16), Gymnasiast, spielt seit 10 Jahren Tennis und wendet für dieses Hobby pro Woche vier Stunden auf. Seine sportlichen Ziele: R4 oder R3, Interclub auf höherem Niveau spielen. Den Kurs macht er, im als Hilfstrainer arbeiten zu können.
Tobias Huber (16) hat als Fünfjähriger mit dem Tennis begonnen und spielt derzeit dreimal pro Woche, sowie am Wochenende mit Freunden oder der Familie. Im Sommer konnte er wegen einer Verletzung nicht am Tenniscamp teilnehmen, durfte aber Hilfstrainer sein, was ihm viel Spass bereitet hat. Den Kurs absolviert er, um die Freude am Tennis und gute Technik vermitteln zu können. Der Gymnasiast will auf hohem Niveau im GC spielen.
Mathis Huber (16) trifft man ebenfalls dreimal pro Woche auf der Kartaus an. Am Kurs will er erfahren, wie er jüngeren Spielern die Technik korrekt lehren kann. Selbst strebt er an, auf hohem Niveau Tennis zu spielen. Nach dem Gymi will er Architektur studieren.
Tom Gruber (15), der jüngste im Kreis der zukünftigen Coaches stand schon als Vierjähriger auf dem Tennisplatz. Seit einiger Zeit unterrichtet er wöchentlich während einer Stunde Piccoli und möchte im Kurs mehr Erfahrung sammeln. Selbst spielt er zwei Stunden in der Woche. Später will er "im Bankenwesen etwas bewirken" und bis dies soweit ist, wird er als Trennistrainer sein Geld verdienen.

Rollenwechsel zur Leiterperson

Die Ausbildung ist in einen sportartenübergreifenden und einen sportartenspezifischen Teil gegliedert. Im sportartenübergreifenden Teil steht der Umgang mit Kindern und der Rollenwechsel zur Leiterperson im Vordergrund, die Jugendlichen lernen wie man Übungen organisiert und anleitet. Und im sportartenspezifischen Teil erfahren sie, was in ihrer Sportart ein gutes Training ausmacht.

Bereits nach der Absolvierung des Programms 1418coach können die vier Jugendlichen in der Jugendbetreuung bei GC Tennis Mitverantwortung übernehmen. Annette Gruber: „Mein Sohn zum Beispiel unterstützt schon Mittwochnachmittags einen Trainer bei der Arbeit, diese Ausbildung wird ihn aber sicher befähigen, noch effektiver zu arbeiten und vielleicht einmal auch Trainings selbständig leiten zu können. Er wird, wie seine drei Kollegen auch, davon profitieren, dass sie bei diesen ersten Schritten von erfahrenen Club-Trainern begleitet werden, was auch Teil des Ausbildungsprogramms ist.“

Das Programm stösst auf grosses Interesse, nicht nur bei den Sportclubs des Kantons Zürich, es wurde inzwischen auch von weiteren Kantonen übernommen.

Eugen Desiderato