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25.09.2020

ZENTRALVORSTAND | PETER FANCONI FOLGT AUF ANDRES ITEN

Seit gut einem Monat führt Peter Fanconi als Nachfolger von Dr. Andres Iten als Präsident den GC Zentralvorstand des grössten polysportiven Klubs des Landes. Iten, der gegen Jahresende das Pensionierungsalter erreicht, wünschte nach elf Jahren das Amt in jüngere Hände zu legen. Er wird aber, zumindest für eine Übergangszeit, dem Gremium als erfahrenes Mitglied erhalten bleiben.

Peter Fanconi (53) ist seit seiner Primarschulzeit glühender Anhänger des GC Fussballs, begann aber selbst mit dem Tennisspiel. Dass er damit nicht beim GC begann, ist dem Umstand geschuldet, dass sein Elternhaus unweit der Dolder-Anlage steht. Während seiner Studienzeit leitete er aber den Wechsel zur GC Tennissektion ein, um endlich auch auf dem Tennisplatz die Farben Blau-Weiss zu repräsentieren. Seither ist er treues Mitglied auf der Kartaus, wo auch seine Familie aktiv ist, wenn sie heute in Zürich auf Besuch ist. In späteren Jahren kam er dann mit dem GC Fussball auf anderer Ebene in näheren Kontakt, als Mit-Initiant des Engagements seines damaligen Arbeitgebers Bank Vontobel als Hauptsponsor. Vor acht Jahren wurde Fanconi, der sich über seine Firma stark in Entwicklungsländer engagiert und zwei Schweizer Banken präsidiert, in den Zentralvorstand des Grasshopper Club Zürich gewählt, verantwortete verschiedene Projekte und engagierte sich zuletzt als Vizepräsident. Die Ernennung zum Präsidenten nach dem Rücktritt von Andres Iten war die logische Folge und der Wunsch seiner ZV Kollegen.

Ein Kollege brachte Iten zum GC

Vorgänger Dr. Andres Iten begann seine sportliche Karriere in der GC Sektion Rudern. Wegen seines raschen Wachstums empfahl ihm seine Mutter, das Rudern als sportliche Betätigung zu wählen. Und weil ein Kollege im GC ruderte, schnupperte er, fand Gefallen und regattierte in der Folge erfolgreich als Junior im Vierer und Achter. Wegen des Studiums, des Militärdienstes und später eines längeren Amerika-Aufenthalts unterbrach er das aktive Rudern, wurde aber später vom selben Freund angefragt, dessen Funktion im Vorstand der Rudersektion zu übernehmen. Er tat‘s, war für die Öffentlichkeitsarbeit und Mittelbeschaffung zuständig, übernahm später das Präsidentenamt und folgte dem Ruf, in den Zentralvorstand einzutreten. „Aber nur unter der Bedingung, das anstehende Hundertjahr-Jubiläum der GC Sektion Rudern noch als Präsident organisieren zu können“, erinnert sich Iten. Dem Antrag wurde entgegen der Gepflogenheiten stattgegeben und Andres Iten konnte während zwei Jahren die Doppelfunktion ausüben. Iten erinnert sich noch heute gerne an die einmalige Jubiläumsveranstaltung.

Highlights, aber auch Enttäuschungen

Drei Jahre später wurde Andres Iten zum ZV-Präsidenten gewählt und konnte in dieser Funktion einige Highlights erleben beziehungsweise mit verantworten. „Ich denke dabei an die Gründung der Akademie, die auf eine Idee des leider inzwischen verstorbenen ZV-Mitglieds Urs Läubli zurückgeht. Oder an das Projekt „Nachwuchsförderung Sport“, das steuerbefreite finanzielle Zuwendungen ermöglicht. Dann haben wir auch die Kommunikation des Gesamtclubs verstärkt und nicht nur die Anzahl der Sektionen erweitert, sondern diese auch näher zusammenrücken lassen, wenngleich es auf dem Gebiet der sektions-übergreifenden Aktivitäten noch Entwicklungspotenzial gibt.“ Andres Iten verschweigt aber auch nicht, dass einige Enttäuschungen zu verarbeiten waren, zu denen sicher die Entwicklungen im Fussball zählen. „Eigentlich könnte ich zufrieden sein, meinem Nachfolger ein finanziell geregeltes Haus zu übergeben. Dass es aber nicht möglich war, für den Fussball eine Schweizerische oder am liebsten eine Zürcher Lösung zu finden, beschäftigt mich stark. Ich war seinerzeit mitbeteiligt bei der Schaffung des vielversprechenden Owners-Modells, das die Finanzierung der Fussball AG hätte garantieren sollen. Leider scheiterte die Idee an der Tatsache, dass verschiedene persönliche Interessen verfolgt wurden, statt das Ganze, das Wohl des GC Fussballs in den Vordergrund zu stellen. Jetzt bleibt mir nur die Hoffnung, dass die Fussball AG von den neuen Investoren in ruhigere Gewässer geführt wird und sie den Werten des GC nachleben und namentlich unseren Nachwuchs fördern.“

Wächter der GC Werte

Finanzielle Engpässe und daraus resultierende Probleme hatten jedoch auch andere Sektionen durchzustehen, die aber meistens durch die fachkundige Unterstützung und Begleitung der Mitglieder des Zentralvorstands gelöst werden konnten. In dieser Richtung sieht auch der neue Präsident Peter Fanconi für sich eine wichtige Aufgabe: „Zusammen mit den ZV-Mitgliedern werde ich als „Wächter der Werte des Grasshopper Club“ auftreten, obwohl ich nicht nur bewahren, sondern auch als echter Unternehmer agieren will. Aber wir müssen uns im Klaren sein, dass der Zentralvorstand nur die Klammer um die einzelnen Sektionen setzt, die sportlichen Entscheidungen aber dort gefällt werden.“

Leider hat sich in den vergangenen Jahren das Verständnis des Milizsystems in der Gesellschaft verändert. Das hat natürlich auch Einfluss auf die (Sport-)Vereine. War es früher üblich, dass sich jeder Sportler, der seinen Sport im Verein ausüben konnte, verpflichtet fühlte, ihm später einiges zurück zu geben, oder die Familie sonntags mangels Alternativen ihre Freizeit in „ihrem“ Sportclub verbrachte, so ist das Freizeitangebot inzwischen weitaus facettenreicher. Heute übt man seinen Sport aus - und wendet sich anderem zu. In diesem Kontext verweist Andres Iten darauf, dass man den Gründern der Sektionen Rudern, Tennis und auch Fussball dankbar sein muss, dass sie ihren Sektionen mit dem Bootshaus und den Tennisanlagen und auch mit dem Hardturm für die Mitglieder eine "zweite Heimat" geschaffen haben. „Hier kann sich Zusammengehörigkeitsgefühl und echter Clubgeist entwickeln, nicht nur im sportlichen, sondern auch im sozialen Bereich, was insgesamt dem GC wieder zugute kommt.“

Anpassung der Strukturen an gesellschaftliche Veränderungen

Heute findet das soziale Leben nicht mehr nur im Sportclub statt. Peter Fanconi: „Diese Entwicklung können wir nicht aufhalten. Aber für uns ist es eine grosse Herausforderung, herauszufinden, wie man die Klammer dennoch setzen und erreichen kann, dass die rund 5’000 Mitglieder stolz auf die Leistungen aller Sektionen sind, dass sie Freude am GC haben. Denn wir werden immer darauf angewiesen sein, dass sich Mitglieder aus Freude in den Dienst des GC stellen. Peter Fanconi sieht es als vordringliche Aufgabe, die Grundlagen zu schaffen, dass die Marke GC auch für weitere Generationen ihre Bedeutung behält.

Der GC Zentralvorstand nimmt die grosse Herausforderung an, die Strukturen des Gesamtclubs an die gesellschaftlichen Veränderungen anzupassen. Aber auch in Zukunft wird der GC seinen Mitgliedern sowohl Spitzen- als auch Breitensport bieten und Vorbild in der Jugendförderung sein und damit den nächsten Generationen eine sinnvolle Alternative für die Freizeit bieten. GC wird weiterhin in vielen Bereichen mit neuen Ideen vorangehen und Vorreiter sein für künftige Strukturen und Lösungen. Dafür steht in den nächsten Jahren auch der neue ZV Präsident Peter Fanconi mit seinen erfahrenen Kollegen im Zentralvorstand.

Eugen Desiderato