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14.03.2019

Strafbänkler mit 171 Jahren Lebenserfahrung

Seit vielen Jahren stehen die beiden im Dienste des Eishockeys auf der Kunsteisbahn KEK in Küsnacht. Spiel für Spiel betreuen Hans Frischknecht und Hans Pitschi die beiden Strafbänke, wo sie Spieler empfangen und rechtzeitig wieder entlassen. Wer sich vorstellt, dass die Bösewichte auf der Bank toben und ihren Frust auslassen, täuscht sich. Beide machen gute Erfahrungen mit den bestraften Spielern und beide sind sich einig: «Wir bleiben jung, wenn wir um junge Spieler sind.»

Frischknecht und sein Knie

Er ist ein Phänomen: Hans Frischknecht ist 89 Jahre alt und steht bei jedem Heimspiel der GCK Lions am Törchen bei der gegnerischen Strafbank. Er hatte nie mit bestraften Spielern ein Problem. Einige sind sogar gesprächig. Andere sitzen einfach brav ihre zwei Minuten ab und warten, bis Frischknecht sie wieder aufs Eis lässt.
Zum Eishockey kam der Funktionär durch seinen Sohn. Als dieser beim SC Küsnacht begann, Eishockey zu spielen, wurde Frischknecht gefragt, ob er als Funktionär mithelfen könnte. Prompt half er in allen Chargen tüchtig mit. Und ist bis heute geblieben. Jetzt halt bei den GCK Lions. Einmal bestand ein Engpass beim Personal um die Mannschaft. Da sprang Frischknecht als Materialchef ein. «Die jungen Spieler unterstützten mich, wo sie konnten. Es war wunderbar!»
Als Elektro-Mechaniker arbeitete er bis zu seiner Pensionierung bei der Gemeinde Küsnacht. Danach half Frischknecht in seiner Werkstatt vielen Leuten mit Reparaturen von Geräten. Auch bei Geräten, die man normalerweise wegschmeissen würde. Leider leidet der 89-Jährige zurzeit an grossen Knieschmerzen. Vor mehr als einem halben Jahr wurde ihm ein neues Kniegelenk eingesetzt, doch seither sind die Schmerzen schlimmer als zuvor. Jetzt hilft ihm ZSC-Arzt Gerry Büsser von der Schulthess Klinik bei der Abklärung, was man weiter unternehmen kann. Denn für Hans Frischknecht ist klar: Er will noch 100 Jahre alt werden!

Pitschi, der Zunftreiter

Hans Pitschi ist der Funktionär bei der einheimischen Strafbank auf der KEK. Er war früher Bank- und Versicherungsfachmann und ist dafür von Chur nach Zürich ausgewandert. Wenn schon, dann richtig: Pitschi wurde Mitglied in der Zunft Fluntern, und weil sein grosses Hobby das Reiten war, wurde er Zunftreiter. So ritt er während 30 Jahren am Sechseläuten mit und umkreiste den Böögg. Vor einiger Zeit hat er mit Reiten aufgehört.
Pitschis zweites Hobby war das Radfahren. Er erreichte mehrmals das Alpenbrevet, das heisst vier Pässe an einem Tag überwinden. Zudem nahm er als Ski-Langläufer siebenmal am Engadiner Marathon teil.
Durch seinen jüngsten Sohn, ein Nachzügler, kam Hans Pitschi auf dem Dolder zum Eishockey und wurde gleich als Funktionär eingespannt. Bei den Grasshoppers half er zuerst im Dolder, dann im Neudorf und nach der Fusion folgte er den GCK Lions nach Küsnacht. Eishockey ist heute seine Leidenschaft. Unfall hin oder her: Einmal hat der 82-Jährige während dieser Saison eine Rippe gebrochen, als er über das Eis marschierte, um die Pucks einzusammeln, und dabei stürzte.
Während den Spielen hat Pitschi immer ein kleines Dilemma. Einerseits freut er sich, auf der Strafbank die bekannten Spieler der GCK Lions zu treffen und ab und zu auch mal ein Schwätzchen zu machen. Andererseits ist es natürlich nicht schön, wenn GCK Lions-Spieler bestraft werden. Aber er erfüllt seine Pflicht stets gewissenhaft und sorgt dafür, dass die Spieler wieder rechtzeitig die Bank verlassen können.