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04.03.2019

Herzschlagfinale ohne Happyend

Spannung pur im Kampf um den rettenden achten (Playoff) Platz gab es in den letzten Runden der Swiss League zwischen den GCK Lions und der EVZ Academy, dem Farmteam des EV Zug. Mit drei Auswärtssiegen in Folge (4:0 in Biasca, 4:3 n.P. in La Chaux-de-Fonds, 3:1 in Visp) schufen die Löwen ein scheinbar genügend grosses Vier-Punkte-Polster. Doch dann zerfielen sie im Direktduell gegen Zug nach starkem Start immer mehr und verloren schlussendlich nicht unverdient 1:3 (21:41-Torschüsse). Nun blieb noch ein Zähler Vorsprung, aber Zug hatte noch ein letztes Spiel gegen Olten vor sich. 98 Sekunden vor Schluss glich die Academy zum 1:1 aus, um dann im Penaltyschiessen den benötigten zweiten Punkt einzufahren. Den GCK Lions blieb auf sehr bittere Art das Nachsehen.

Einige Höhepunkte

Rückblickend war es eine schwierige Saison für die GCK Lions. Aber 50 Punkte in 44 Spielen waren eine beachtliche Ausbeute. Einige Höhepunkte bildeten die Siege in Langenthal (zweimal), bei Ajoie, in La Chaux-de-Fonds und in Visp. Gegen die anderen beiden Farmteams sowie gegen Winterthur schaute eine positive Bilanz heraus. Die «Winter Classic» auf dem Dolder unter freiem Himmel gegen eben dieses Winterthur war ein allseits gefeiertes Highlight. Gar keine Punkte gab es einzig gegen Kloten und Olten. Mehr als die Hälfte (14) aller 27 Niederlagen kam mit nur einem oder zwei Toren Differenz zu Stande. Nur zweimal gelang überhaupt kein Treffer (0:1 gegen Visp und 0:2 gegen Thurgau).

In den Dienst der Mannschaft stellen

Das oberste Ziel im Farmteam ist die Ausbildung von jungen Spielern und diese an die National League heranzuführen. Dies beinhaltet Spielerfahrung, den Umgang mit Siegen und Niederlagen zu lernen sowie sich in den Dienst der Mannschaft zu stellen. Als grosser Erfolg darf auch diese Saison gewertet werden, dass vier Spieler einen Vertrag bei den ZSC Lions erhalten haben. Es sind dies Daniel Guntern (1995, Torhüter), Alexander Braun (1996, Verteidiger), Yannick Brüschweiler (1999, Stürmer) und Justin Sigrist (1999, Stürmer). Zwecks vermehrter Spielpraxis könnte es sein, dass dieses Quartett in der kommenden Saison ab und zu auch den GCK Lions zur Verfügung stehen wird. Weitere Spieler verzeichneten in ihrer zum Teil ersten Swiss League-Saison gute Fortschritte. Gianluca Burger, Yannick Brüschweiler und Justin Sigrist erreichten zudem an der U20-WM in Kanada Rang vier und halfen zuletzt ebenfalls bei den Elite A-Junioren in der Schlussphase der Qualifikation sowie in den Playoffs mit.

Unterschiedliche Aufstellungen

Eine der Eigenschaften des Farmteams besteht darin, für die ZSC Lions bereit zu sein. Wenn es im National League-Team Verletzte gibt, müssen oder besser gesagt dürfen Spieler von den GCK Lions erste Schritte weiter oben machen. So schafften dies Yannick Brüschweiler, Justin Sigrist, Tim Ulmann und der Schwede Victor Backman. Umgekehrt standen von den ZSC Lions Tim Berni (3 Spiele), Roger Karrer (7) und Mattia Hinterkircher (9) den GCK Lions zur Verfügung. Zudem kamen in Küsnacht Spieler vom EHC Dübendorf zum Einsatz: Gian Derder (2), Stefan Diezi (1), Cyrill Kreis (6), Damon Puntus (1), Raoul Seiler (5), Marco Suter (5) sowie Simon Wettstein (1). Und natürlich rückten auch ab und zu Spieler aus der Elite nach.
Solche personellen Rochaden bewirken natürlich, dass Trainer Leo Schumacher kaum einmal mit derselben Aufstellung antreten kann. Da ist sein Geschick gefragt, um die effektivsten Linien zusammenzustellen. Dies gelang ihm, denn einige Erfolge wurden sogar mit einem «Rumpfteam» erzielt.

Kopf hoch

Trotz herber Enttäuschung in letzter Sekunde geht die Welt für die GCK Lions nicht unter. In der kommenden Saison wird die Mannschaft wieder angreifen und hat dann vielleicht auch einmal etwas Glück. Der Ansporn der Junglöwen, das nächste Mal selbst den einen Punkt besser zu sein, wird ungemein gross sein.