MenuSuche
22.07.2019

Interview mit Headcoach Michael Liniger

Nach seiner sehr erfolgreichen Spielerkarriere wurde Michael Liniger zuerst Assistenztrainer bei den GCK Lions. Als Leo Schumacher zu den ZSC Lions berufen wurde, um mit Hans Kossmann Schweizermeister zu werden, hatte Liniger schon einmal eine halbe Saison lang die Verantwortung als GCK-Cheftrainer übernommen. In den Playoffs 2018 und nach der letzten GCK Lions-Saison war der Emmentaler auch Assistenztrainer bei Hans Kossmann respektive Arno Del Curto. Jetzt fand eine Stabsübergabe von Leo Schumacher statt und Michael Liniger ist von Beginn weg in der neuen Saison Headcoach beim Swiss League-Team. Leo Schumacher, der auf die Saison 2017/2018 zu den Junglöwen stiess, übernimmt neue Aufgaben im Nachwuchsbereich der Stadtzürcher (Spezialtrainings, Ausbildung und Scouting). Dort wird der 66-Jährige seine reiche Erfahrung in der Arbeit mit jungen Talenten wertvoll einbringen können.

Michael Liniger, wie kam es zu dieser Stabsübergabe?

Nachdem die Trainersituation bei den ZSC Lions geändert wurde, stellte sich für mich die Frage, was ich in Zukunft tun werde. Ich habe verschiedene Optionen geprüft. Plötzlich hat sich die Möglichkeit als Headcoach bei den GCK Lions ergeben, da fiel mir die Entscheidung nicht mehr schwer.

Endlich ist es soweit; Du kannst eine Saison von Beginn weg selbst planen.

Ja, das freut mich extrem und ich bin top motiviert! Es ist eine spannende Herausforderung. Ich kenne natürlich das Umfeld und die Mannschaft bestens. Als erstes überlege ich mir, was noch verbessert werden könnte.

Woran denkst Du?

Das Umfeld ist sehr gut, dennoch kann man organisatorisch noch einiges optimieren. Und vor allem will ich den Spielern aufzeigen, wie sie sich individuell verbessern können. Wo das letzte Quäntchen fehlt, um auch gegen stärkere Gegner bestehen und punkten zu können. Kämpferisch sind die jungen Spieler gut, doch sie müssen noch etwas härter werden – im Training und im Spiel.

Talent ist sicher genug vorhanden, oder?

Ja, aber jeder muss hart an sich arbeiten. Die Spieler sollen verstehen, worauf es ankommt, dass man auch erfolgreich sein kann. Oft hat ja in der Vergangenheit nicht viel gefehlt. Die Spieler sollen sich einzeln entwickeln, aber auch der Teamgeist und das Mannschaftsleben sollen gefördert werden.

Wie willst Du weiter vorgehen?

Ich arbeite an kleinen Mosaiksteinchen. Die körperliche Entwicklung jedes Einzelnen sowie die Unbeschwertheit und Schnelligkeit der jungen Spieler weiterentwickeln, damit sie an sich glauben und verstehen, worauf es ankommt.

Wie sieht das Kader für die nächste Saison aus?

Im Grossen und Ganzen sind die gleichen Spieler dabei wie letztes Jahr. Dazu sind einige Junioren auf dem Sprung, die sich aufdrängen könnten. Es ist schön, dass wieder vier Spieler einen Vertrag bei den ZSC Lions erhalten haben. Ich wünsche ihnen, dass sie den Sprung schaffen. Je nach Situation werden sie aber ab und zu auch bei uns eingesetzt, um mehr Spielpraxis zu erhalten. Eine wichtige Absenz wird der langjährige Captain Tim Ulmann sein. Er hat viel geleistet für die Lions-Organisation, war den jungen Spielern stets ein Vorbild und ein grosser Kämpfer. Jetzt nimmt er die Chance wahr, ins zivile Berufsleben einzusteigen.

Wichtig ist sicher, dass die  beiden Ausländer bleiben, oder?

Absolut! Ryan Hayes ist ein Vorbereiter und Skorer, macht im Durchschnitt mehr als einen Punkt pro Spiel. Das kann die Mannschaft mitreissen. Victor Backman ist ein fantastischer Spielmacher und Vorbereiter. Er kann für die jungen Spieler ein grosses Vorbild, eine Motivation sein. Hoffen wir, dass er oft bei uns spielen kann und nicht zu viel bei den ZSC Lions aushelfen muss.

Das Ziel dürfte das gleiche sein: Ausbildung und Playoff-Qualifikation.

Richtig, wobei die Ausbildung immer an erster Stelle steht. Hier ändert sich nicht viel und ich will auf der bisherigen Arbeit aufbauen. Die Entwicklung der Einzelnen steht im Vordergrund. Mit gutem Teamgeist, einem spannenden Mannschaftsleben und mit hartnäckiger individueller Arbeit von jedem persönlich können wir einen positiven Effekt auf die Gesamtleistung erzielen. Jeder soll stolz sein, für die GCK Lions spielen zu dürfen. Dann können wir auch die Playoffs erreichen. Dies ist das grosse Ziel als Mannschaft.

Der Assistent von Michael Liniger heisst Peter Andersson. Der 57-jährige Schwede war zwanzig Jahre als Spieler in verschiedenen Ländern aktiv und wurde mit der Nationalmannschaft zweimal Weltmeister. In der Schweiz spielte der erfahrene Verteidiger beim EV Zug und dem EHC Kloten. Zuletzt war Peter Andersson in der AHL bei den Charlotte Checkers angestellt.