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22.06.2021

Mit Gameplan und Keyplayers zum Meister

Kebo Oerlikon, zweites Finalspiel. Die ZSC Lions brauchen nur noch einen Sieg für den Meistertitel. Die SCL Young Tigers gehen knapp vier Minuten vor Schluss mit 2:1 in Führung. Ein Dämpfer. Die ZSC Lions kämpfen sich aber zurück und geben die postwendende Antwort auf dem Eis: Vinzenz Rohrer schiesst mit einem Doppelpack innert 50 Sekunden die Zürcher zum verdienten Meistertitel. Die Freude ist grenzenlos. «Wir sind überglücklich, dass es bereits in Spiel zwei geklappt hat», sagt Trainer Andrea Cahenzli und denkt an den dramatischen Moment zurück. «Wir wussten, es wird ganz knapp werden. Man braucht schon Nerven aus Stahl.» Die hat der Mann an der Bande. «Ich bin gerne impulsiv und pusche meine Spieler zu Höchstleistungen. Aber in diesem Augenblick braucht es Ruhe, die konnte ich bewahren. Ich habe immer daran geglaubt, dass wir die Partie noch wenden können.»

Aufbauarbeit vor dem Final

Das Team von Cahenzli geht als Underdog in die Finalserie. In der Qualifikation kann es keines der vier Spiele gegen Langnau gewinnen. Wie ist ein solcher Erfolg trotzdem möglich? Es braucht Motivationsarbeit. «Ich musste mit meinen Spielern viel sprechen, ihnen Selbstvertrauen geben. Die vier Niederlagen mussten wir zuerst aus ihren Köpfen bringen», so Cahenzli. Eine gute Analyse des Gegners, ein konsequent verfolgter Gameplan und eine Anzahl an Schlüsselspieler sichern schliesslich den verdienten Meistertitel.
Alessandro Segafredo, Vinzenz Rohrer, Lenn Zehnder – es gibt im Team von Andrea Cahenzli einige Spieler, denen eine Zukunft in der National League vorausgesagt wird. «Viele Spieler haben das Potenzial für eine Profikarriere. Aber am Schluss muss es nicht unbedingt der kompletteste Athlet schaffen», ist Cahenzli überzeugt. «Entscheidend ist: Was sind sie bereit zu leisten?» Ob es sich um die nächsten Pius Suters oder Tim Bernis handelt, wird sich nun in den kommenden Jahren zeigen.

Grosse Bedeutung für den Klub

Nach 13 Jahren ist endlich soweit: Die U17-Elit stemmt nach einer schwierigen Saison den Meisterpokal in die Höhe. Zum einen musste der Spielmodus wegen Corona angepasst werden. Zum anderen wurde die U17-Mannschaft auch einmal in Quarantäne geschickt. Das habe sehr viel Energie gekostet. Nichtsdestotrotz hat Andrea Cahenzli die zusätzlichen Herausforderungen angenommen und zusammen mit seinem Trainerstaff die Spieler zu Höchstleistungen angetrieben. Eine um so grössere Bedeutung hat der Meistertitel für den Klub, das ist sich auch Cahenzli bewusst: «Gold ist in solchen Zeiten Gold wert. Ein Titel ist wichtig für Sponsoren. Der Klub kann sich so besser verkaufen.»
Für Cahenzli ist es der fünfte Titel in seiner Trainerkarriere. «Die Spieler haben nun einen Titel in ihrem Gepäck. Das ist das Schönste für mich. Den kann ihnen niemand mehr nehmen. Diese Erfahrung wird ihnen weiterhelfen.»
Andrea Cahenzli wird ab nächster Saison die ZSC Lions U20-Top übernehmen. Für ihn ist der Meistertitel der perfekte Abschluss. «Ich kann mit einer Genugtuung auf die drei Jahre bei der U17-Elit zurückschauen. Im Wissen, einen guten Job gemacht zu haben.»