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26.12.2019

Ohne Ernst Meier keine ZSC Lions

Wer bereits heute zwei Saisonkarten für die Swiss Life Arena auf Lebzeiten erhält, hat in der Vergangenheit viel geleistet. ZSC Lions-CEO Peter Zahner übergibt die Eintrittskarten mit grosser Dankbarkeit an Ernst Meier, der nach 22 Jahren als Präsident des Vereins ZSC verabschiedet wird. «Es war eine wunderschöne Zeit», sagt Meier. «Es gab bei der Verabschiedung schon das eine oder andere Tränchen.» Dies machten vor allem die Videobotschaften möglich, die er an diesem Abend erhält. Arno Del Curto, Kent Ruhnke, Sepp Blatter, Peter Meier, Walter Scheibli und Walter Frey gehören unter anderem zu den Botschaftern, die Meier für seine Tätigkeiten im Klub gratulierten und sich bedankten. ZSC Lions-Verwaltungsratspräsident Frey sagt in aller Deutlichkeit: «Ohne dich wären die ZSC Lions nicht entstanden. Du hast die ZSC-Seele immer gepflegt, dich stark eingesetzt für die Junioren. Ernst Meier, du hast sehr viel getan für die Zürcher Eishockeygemeinde.»

Fusion und Spitzeneishockey gerettet

Frey denkt vor allem an das Schicksalsjahr 1997, als GC und ZSC fusionierten und sich neu ZSC Lions nannten. Die Fusion drohte wegen der Namensgebung zu scheitern, wäre Meier nicht gewesen. Er sagte damals an der Generalversammlung am 26. Mai 1997: «Hört doch auf! Es wird nie jemand ‚Hopp ZSC Lions’ rufen. Das ist ein Zungenbrecher. Auch in 100 Jahren werden immer noch alle ZSC skandieren.» Damit wurde der Damm gebrochen und der Name angenommen. Meier ist sich sicher, dass die Fusion die einzig richtige Entscheidung war. «Ohne den Zusammenschluss hätten die ZSC Lions über eine solch lange Zeit nicht so viele Erfolge feiern können. Man konnte somit eine Organisation bilden, die nicht vom einen auf den anderen Tag zusammenbricht. An vorderster Front ist Walter Frey. Er steht mit der ganzen Familie hinter dem Klub.»

Zigarre von Micheli

Die nationalen, wie internationalen Erfolge nach der Fusion sprechen für sich: sechs Meistertitel, ein Cupsieg, Sieger der Champions Hockey League und des Victoria Cup. Doch an welchen Erfolg erinnert sich der «Mister ZSC» am besten? «An den Meistertitel im Jahr 2000. Da wurden wir erstmals seit 39 Jahren wieder Meister. Ich lag nach der Feier fünf Tage im Bett», sagt der Zürcher lachend. «Claudio Micheli hat mir, als Nichtraucher, damals eine Zigarre gegeben. Das hat sich mit dem Bier und dem Wein nicht so gut vertragen.»

Fleissiger Olivenöl-Verkäufer

Meier freut sich auch auf das neue Stadion in Altstetten. «Ich hoffe, ich kann diese Plätze noch ein wenig geniessen», sagt Meier. Er gilt wohl als erster Saisonkarteninhaber der Swiss Life Arena. Doch bis es soweit ist, wird sich der 77-Jährige weiterhin um die Finanzierung des Nachwuchses kümmern – mittels gegründeten Elternfonds. «Diesen finanzieren wir durch den Verkauf von Olivenöl, gesponsert von Rudi Bindella (Club 21-Mitglied, Anm. d. Redaktion). Jetzt konnte ich gerade die 200. Flasche verkaufen.» Ausserdem bleibt Meier dem Vorstand des Club 21, den er ebenfalls präsidierte, erhalten. «Das wurde so gewünscht.» Sein Amt als Vereinspräsident übernimmt Ronald Hinterkircher, Vater des Stürmers Mattia. Meier ist überzeugt, dass er sein Präsidium in gute Hände legt: «Ronnie hat das ZSC-Gen.» Wer dieses Gen hat, wird auf Lebzeiten in der ZSC-Familie bleiben. Wie Ernst Meier.