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22.07.2019

«Sie war wie ein Büro-Mami für uns»

Es ist das Jahr 1998. Ihr Sohn Pascal spielt beim Nachwuchs des Zürcher Schlittschuh Club. Mutter Esther Paulus erfährt, dass Trainer Andy Maey und Sportchef Gerard Bouvard auch die administrativen Arbeiten des ZSC erledigen. Sie will ihnen helfen und meldet sich beim Klub. Präsident Ernst Meier und Nachwuchs-Obmann Willy Renz finden Gehör. Esthers Hilfe wird dankend angenommen und sie arbeitet vorerst im Stundenlohn. «Ich habe das ganze System und die Abläufe, die es jetzt gibt, mitaufgebaut», erinnert sich Esther gerne an ihre Anfangszeit bei den ZSC Lions.

Lebendige Atmosphäre

Nun, 21 Jahre später, sagt sie mit einem lächelnden und einem weinenden Auge «auf Wiedersehen». Sie lässt sich frühzeitig pensionieren, damit die Mutter von zwei erwachsenen Kindern mit ihrem Ehemann Detlef sich in neue Abenteuer stürzen und mehr Zeit mit ihrer Enkeltochter verbringen kann. «Die Kollegen werde ich am meisten vermissen», sagt Esther. «Das Klima war stets gut und locker. Mir gefällt es, wenn es auch ein paar Sticheleien gibt.» Sie beschreibt die Atmosphäre im Büro deswegen auch als lebendig. «Es war immer etwas los, zum Teil gab es grosse Hektik. Jeder brauchte noch etwas. Aber genau das hat den Job so spannend gemacht.» In hektischen Zeiten blieb sie aber stets ruhig und das schätzten ihre Kollegen. «Sie hat immer alles ruckzuck erledigt», sagt Andrea Cahenzli, der auch bei Dübendorf regelmässig mit Esther in Kontakt stand. «Es war wirklich sehr angenehm, mit ihr zu arbeiten.»

Für alle da

Esther wird bei den Kollegen vor allem für ihre hilfsbereite Art geschätzt. «Sie war wie ein Büro-Mami für uns», sagt Medienverantwortlicher Sandro Frei. «Wenn man irgendein Sörgeli oder ein medizinisches Problem hatte, dann ist man zu Esther gegangen.» Deswegen ist sie auch als «Chügeli-Tante» bekannt. Ohne homöopathische Globuli geht sie nicht aus dem Haus. So hat sie schon «Heimweh-Chügeli» verteilt, wenn die Junglöwen im Junioren-Lager die Familie vermissten. Dass es sich oft um ein Placebo-Präparat handelte, wussten die Kids natürlich nicht. Ihren männlichen Kollegen im Büro hat sie mit Globuli gegen Kopfschmerzen auch schon ausgeholfen. Ob es sich hier ebenfalls um ein Placebo handelte, verrät sie logischerweise nicht.

Esther mit sozialem Engagement

Geburtstage gingen dank Esther nie vergessen. Nie musste sich jemand ärgern, weil kein Kaffeerahm mehr vorhanden war. Dies wurde stets sorgfältig kontrolliert und rechtzeitig nachbestellt. Dank Esther. Sie kümmerte sich auch um die Organisation von internen Anlässen. «Esther hat immer geschaut, dass wir miteinander etwas unternehmen», sagt Frei und ist sehr dankbar für ihr soziales Engagement.
Diese Aufgaben werden nun vermutlich automatisch zu Sandra Meier übergehen. Sie ist die Nachfolgerin von Esther (siehe unten). «Ich bin sehr glücklich, dass Sandra meine Arbeit übernimmt. Sie ist vom Lebenslauf und vom Typ her die Richtige», so Esther.
Scouting-Chef Edgar Salis erscheint plötzlich im Büro und fragt: «Esther, was machst du noch hier? Wir hatten doch schon dein Abschiedsessen. Jetzt muss ich dich doch nochmals sehen.» Die geliebten Sticheleien begleiten Esther bis zum Schluss. Genau solche Momente sind es, die zwar vermisst werden, aber stets in Erinnerung bleiben. Und deshalb verdeutlicht Esther nochmals: «Wenn es nicht so toll gewesen wäre, wäre ich nicht so lange geblieben.»

Text: Martina Baltisberger
 

Nachfolgerin

Sandra Meier, Du übernimmst die Aufgaben von Esther Paulus. Wie läuft das Einarbeiten?

Es läuft prima. Ich bin jeweils 2.5 Tage in der Woche hier und habe mich schon gut eingelebt. Es besteht eine Aufgabenliste mit allen anfallenden Tätigkeiten für die einzelnen Monate. Esther zeigte mir alles, doch gewisse Themen kommen erst im Laufe der Saison. Deshalb wird Esther auch in Zukunft jeweils für zwei bis drei Stunden hier sein, um mir diese Aufgaben möglichst aktuell zu erklären.

Wie genau sieht Dein Aufgabenfeld aus?

Ich kümmere mich um die Administration des Nachwuchses, erteile Auskünfte, erstelle Spielerrechnungen, bearbeite Spieler-Mutationen, schreibe Protokolle und organisiere Reisen und Nachwuchsturniere. Zusätzlich werde ich den reibungslosen Ablauf der Hockeyschule koordinieren und im Skateathon-OK mitarbeiten. Für den ZSC-Verein werde ich ebenfalls Aufgaben übernehmen. Das heisst, ich bin für die Mitgliederbetreuung, Generalversammlung und den Oldies-Anlass zuständig.

Was fasziniert Dich am meisten an diesem Job?

Die Vielseitigkeit, das Organisieren und das lebhafte Umfeld. Man ist für so viele verschiedene Bereiche verantwortlich. Auch bin ich sehr neugierig, was den Oldies-Event anbelangt. Und ich freue mich auf die Hockeyschule mit den kleinen Knirpsen.

Welche Qualitäten bringst Du mit?

Meine langjährige Erfahrung aus dem Dienstleistungsbereich und der Informatik. Ich bin sehr vielfältig interessiert und ein umgänglicher Mensch. Da mein Sohn Gian selber Hockey spielt, kenne ich die Nachwuchs-Organisation bereits. In der Vergangenheit habe ich mich als Betreuerin engagiert und den Kiosk an Turnieren organisiert.