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29.06.2018

Playoffs verpasst, aber 5 Meister kreiert

Gegen die Ticino Rockets sah die GCK-Bilanz in sieben Begegnungen positiv aus, doch gegen die EVZ Academy gaben die Zürcher in den direkten Begegnungen die Playoff-Qualifikation her. Gegen die übrigen Teams wurde viermal gespielt. Die GCK Lions konnten ausser den Rapperswil-Jona Lakers alle Gegner mindestens einmal bezwingen, das drittplatzierte Olten gar zweimal. Insgesamt resultierten 2017/2018 19 Siege und 27 Niederlagen gegenüber 12 Siegen und 36 Niederlagen im Vorjahr. Neun Niederlagen mit nur einem Tor Differenz und fünf mit zwei Treffern Unterschied zeigten, wie oft die Junglöwen nahe dran waren. Ein negativer Punkt bildeten wiederum die Zuschauerzahlen: Im Durchschnitt besuchten nur 186 Zuschauer die 23 Spiele, am meisten Fans kamen gegen die Lakers (390).

Unter neuer Führung stabiler

Patrick Hager als neuer Sportchef und Leo Schumacher als neuer Cheftrainer hatten die Saison mit den GCK Lions begonnen und klare neue Linien vorgegeben. Vor allem wollte Schumacher Spieler sehen, die sich ärgerten, wenn sie verloren, und nicht einfach wie geschlagene Hunde mit hängenden Köpfen rausfuhren.

Wie es sich für ein Farmteam gehört, mussten auch die GCK Lions in dieser Saison viele Änderungen in der Aufstellung erfahren. Mal mussten Junioren in der Elite A aushelfen. Dazu gab es zahlreiche Verletzte bei den ZSC Lions, was einigen jungen Spielern die Möglichkeit zu einem Einsatz in der obersten Spielklasse bot.

Die beiden verpflichteten Ausländer erschienen bei GCK in verschiedenen Lichtern: Der Kanadier Pascal Pelletier wurde schon früh beim ZSC für die Champions Hockey League aufgeboten, später als Ersatz für verletzte Ausländer, sodass er nur zu 18 Partien mit den GCK Lions kam. Dabei konnte er kaum Akzente setzen. Ganz anders der Amerikaner Ryan Hayes! Er etablierte sich mit 47 Scorerpunkten in 45 Spielen in den Top-10 der Liga. Hayes wirbelte und kämpfte vorbildlich. Doch in der Schlussphase, wo es um alles ging, schwächelte er ein wenig und konnte das Team nicht mehr mitreissen. Dennoch war der 29-Jährige insgesamt ein guter Wert. Ryan Hayes wird auch nächste Saison für die GCK Lions stürmen.

Ungeplanter Trainerwechsel

Erfreulich war, dass die im Vorjahr verpflichteten Routiniers während der gesamten Saison gute Leistungen erbrachten und das Team stabilisierten. Captain Tim Ulmann war auch mit seinen mittlerweile 30 Jahren immer ein kämpferisches Vorbild. Marc Geiger (31 – zweitbester Scorer im Team) und Patrick Sidler (32), aber ebenfalls der noch junge Xeno Büsser (22) verstärkten im grossen Stil auch die Offensive. Die vier Stürmer mit ZSC-Vertrag kamen unterschiedlich oft zum Einsatz. Mit elf Treffern war Youngster Marco Miranda am erfolgreichsten.

Leo Schumacher wurde mitten in der Saison bei den ZSC Lions als Assistent gebraucht («So kann ich dem Klub aus Dankbarkeit etwas zurückgeben»). Dadurch wurde Michael Liniger vom Assistenten zum Chef befördert und führte fortan das Team mit seiner besonnenen Art und seinem pädagogischen Geschick. Dies war für Liniger eine überraschende Aktion und ein rascher Aufstieg in seiner geplanten Trainerkarriere. Nächste Saison wird aber Leo Schumacher wieder an die Bande der GCK Lions zurückkehren.

Fünf Schweizermeister

Der 18-jährige Verteidiger Tim Berni, der auch bei der U20-WM dabei war und mit den ZSC Lions verblüffend starke Playoffs als Schweizermeister beendete, stach als grösstes Talent hervor. Wiederholt waren auf der KEK Scouts von NHL-Klubs anwesend und versicherten, dass ein Draft für sicher gelte, es nur eine Frage sei, wie früh Berni gedraftet würde. Die vier Youngsters mit Verträgen bei den ZSC Lions durften ebenfalls den begehrten National League-Pokal in die Höhe stemmen: Raphael Prassl (66 Einsätze), Jérôme Bachofner (30 Einsätze), Marco Miranda (29 Einsätze) und Mattia Hinterkircher (19 Einsätze) trugen ihren (teilweise erheblichen) Teil zum ZSC-Meistertitel bei.

Bei den GCK Lions kamen auch einige junge Spieler der Elite A mehr oder weniger zum Einsatz. Dabei gefielen vor allem Yannick Brüschweiler (Jahrgang 1999) und Marco Rossi (Jahrgang 2001). Der Österreicher Rossi soll in der kommenden Saison der nächste Draft-Kandidat sein.