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28.12.2019

So viel Beachtung wie noch nie

Dass ab dieser Saison ein anderer Wind bei den ZSC Lions weht, merken nicht nur die Spieler der ersten Mannschaft. Die Schweden-Coaches um Rikard Grönborg interessieren sich auch stark für den Nachwuchs der GCK/ZSC Lions und geben Inputs, wie sich die Ausbildungsstätte noch mehr dem modernen Eishockey nähern kann. Nachwuchschef Henryk Gruth ist begeistert: «Es ist noch nie passiert, dass die National League-Trainer dem Nachwuchs so viel Beachtung schenkten. Wir können viel von den Schweden lernen und ein neues gemeinsames Projekt lancieren.»

Playbook: Basis und Roter Faden

Die Idee ist, ein sogenanntes «Playbook» stufenübergreifend für die Trainer zu erstellen, damit ein Roter Faden in der Ausbildung der Nachwuchstrainer entsteht. Von der Erfassungsstufe bis zur National League. «Wir wollen damit eine Basis schaffen, die unseren Coaches helfen wird, die jungen Spieler optimal auszubilden», so Gruth stellvertretend für das Projekt. Er und Fabio Schwarz werden das Leitbuch mit Hilfe von allen Profitrainern und der verschiedenen Abteilungen bis Januar geschrieben haben.

Köpfe zusammengestreckt

Ausschlaggebend war eine Weiterbildung im Sommer in Albführen, wo sich Grönborg und seine Assistenztrainer mit den GCK/ZSC-Nachwuchstrainern getroffen haben. Sie haben dabei von ihren Erfahrungen in Schweden erzählt. Rikard Grönborg und Johan Andersson waren beide beim schwedischen Verband in der Nachwuchsabteilung tätig. «Es waren tolle Tage in Albführen mit einer grossartigen Organisation», schwärmte Andersson nach dem Meeting über die GCK/ZSC Lions. «Wir haben uns über die Spielphilosophie und über individuelle Fähigkeiten unterhalten, an denen wir arbeiten werden.» Seither führt der Assistent von Grönborg regelmässig Weiterbildungen für die Coaches der Lions-Organisation durch.

In Richtung modernes Eishockey

Das Playbook wird verschiedene Themen im Klub aufgreifen. Die Philosophie, «Lions DNA» genannt, wird erläutert, der sportliche Bereich wird aufgeteilt in Off- und On-Ice-Training. Jeder Trainer soll mit den Grundgedanken und Spielweisen des Klubs vertraut werden, um seine Stunden optimal gestalten zu können. Gruth: «Natürlich kann ein Coach auch sein eigenes Wissen und seine Erfahrung miteinbringen. Das ist gewünscht.»
Das Playbook soll das moderne Eishockey verkörpern. «Fünf Spieler sind für 30 Sekunden stets in Bewegung – sei es in der Defensive oder in der Offensive», definiert Gruth die heutige Spielweise. «Es soll dadurch mehr Intensität erzeugt werden und die Spieler müssen physisch stärker sein.» Wie das Eishockey wird sich auch das Playbook immer wieder verändern. «Dieses Buch wird nicht für alle Tage Bestand haben. Es sollte immer wieder angepasst werden.»
Das Playbook ist eine von Henryk Gruths letzten Handlungen. Nach dieser Saison wird er sein Amt als Nachwuchschef niederlegen und in die Heimat nach Polen zurückkehren. Er freut sich, bei der Umsetzung noch dabei zu sein. «Ich spüre, wie alle im Klub an einem Strang ziehen. Das ist wunderbar!»